Vom Township verschluckt...

Sonntag, 11.12.2011

Zu aller erst, es tut mir Leid das ich nun gut 3 Monate nichts mehr von mir hören lassen hab! Ich hatte soviele andere Dinge im Kopf... Auf jeden Fall habe ich mir vorgenommen meinen Blog von nun an regelmäßig zu updaten :)

Also... eine Menge ist in den letzten Monaten passiert.

Ich fühl mich mittlerweile wie Zuhause hier. Diese Woche haben wir eine andere Freiwillige verabschiedet, die nur 5 Monate hier war. Der Gedanke daran zurück nach Deutschland zu gehen war in diesem Moment so präsent und... komisch!

Was natürlich nicht heißt das ich meine Familie und Freunde nicht vermisse! Es ist nur so... man taucht in ein anderes Leben ein und alles Alte, eigentlich Vertraute fühlt sich auf einmal so unendlich fern und fremd an. Ich komme mir so vor als ob ich schon ewig hier lebe. Zeitweise fühl ich mich, als ob das Township mich verschluckt hat. Ich habe sogut wie keinen Kontakt zu den anderen Frewilligen hier in SA. Ich verbringe eigentlich alle meine Zeit in der Location (so nennen die Leute hier Townships). Deshalb bin ich froh in gut einer Woche zu meinem Roadtrip durch das Land aufzubrechen! Es wird Zeit Südafrika wirklich kennenzulernen. Durban, Port Elizabeth, Kapstadt, der Indische Ozean, der Atlantik! All the way down the coast! Bis and den südlichsten Zipfel Afrikas werden wir fahren. Ein anderer Freiwilliger und ich. AUf dem Weg werden wir noch andere Freiwillige treffen. Can't wait to hit the road :)

Letztes Wochenende war ich auf einem Hip Hop Konzert in Johannesburg mit paar Freunden.Und es war der hammer!

Ich bin zum ersten mal alleine und dazu nachts von Daveyton in das Herz Johannesburgs gefahren, ausgestattet mit einer gerademal vagen Wegbeschreibung. Und tatsächlich hab ich mein Ziel gefunden! Leute hier denken ich bin verrückt, wenn ich ihnen das erzähle haha! Wegen der hohen Kriminalität haben die Menschen hier geradezu einen krankhaften Sicherheitswahn entwickelt. Man traut sich nicht alleine in die Stadt zu fahren und schon gar nicht nachts! Nachts hält man sich am besten im eigenen Haus auf, mit dreifach verschlossener Tür und stählernen Sicherheitsgittern vor allen Fenstern und Türen. Jedes Haus und sei es noch so unscheinbar ist umgeben von Stacheldrahtzäunen, hohen Mauern, oder gar Elektrozäunen...

Vor ein paar Monaten war ich schoneinmal in Durban und die Stadt ist unglaublich! Die Vibes sind sonnig, lässig, sorglos... Die Strände sind ewig lang und das Meer ist wunderschön und so gewaltig! Ich bin bisher nur das kleine Mittelmeer gewohnt so der Indische Ozean war eine ganz neue Erfahrung für mich. Da ich nur zwei Tage in Durban war habe ich nicht allzu viel von der Stadt gesehen. Das werde ich aber in gut einer Woche nachholen können. Hätte man ein gechilltes Kabrio, mit einem dicken Soundsystem und der passenden "cruising down the streets" Musik wäre Durban genau der richtige Ort den Strand entlang zu fahren haha... Summer Madness von Kool & the Gang wäre so ein Lied übrigens...

Vor ein paar Wochen hat mich eine gute Bekannte mit zu ihrer Familie nach Limpopo, nahe der Grenze zu Simbabwe, mitgenommen. Kein fließendes Wasser, keine Toilette, eine wüstengleiche Landschaft. Während der sechstündigen Fahrt haben wir Paviane am Straßenrand beobachten können. Afrika wie man es sich vorstellt! Die meisten Menschen in dem Dorf, in dem wir waren, sind pensioniert oder haben Verwandte in Gauteng (Dort ist das Gold, das Geld und die Arbeit), die Geld nach hause schicken. Mittlerweile müsste die Landschaft dort aber nicht mehr wüstengleich sondern absolut grün und lebendig sein, denn es ist Sommer, heißt: Regenzeit.

Es Regnet viel zur Zeit, fast jeden Tag. Aber so schnell und plötzlich alles in einer Welt aus Regen versinkt, so schnell ist alles auch wieder trocken. Da die Gewege aus roter Erde bestehen ist es nicht schön im Regnet zu laufen. Aber glücklicherweise kann man in den Locations immer und überall ein local taxi bekommen, das einen für umgerechnet 60 Cent an der gewünschten Stelle im Township rausschmeißt. Um ein local cab zu bekommen muss man sich nur an den Straßenrand stellen und mit dem Finger nach unten zeigen. Zeigt man nach oben, hält ein Minibus, der nach Benoni fährt. Zeigt man das "Peace Zeichen" hält ein Taxi nach Twa-Twa. Es gibt eine Menge solcher Zeichen. Generell gibt es viele Dinge die man im Township wissen muss um sich zurecht zu finden. So werden beispielsweise sehr viele verschiedene Sprachen und Slangs gesprochen... Ich glaube ich kenne mittlerweile gut 15 - 20 Begrüßungen. Die Sepedis begrüßen sich so die Zulus so und die Xhosas wieder anderst.

Letzte Woche haben wir eine Ziege geschlachtet, das unser Großvater vor einiger Zeit verstorben ist. Die Männer mussten sich dann mit dem Blut, dem Mageninhalt und der Gallenblase der Ziege waschen und somit reinigen vom Tod des Verwandten. Auch habe ich eine sogenannte SanGoma kennengelernt. Eine traditionelle Heilerin, die Knochen wirft und soweiter... Ich glaube ich werde mir bald mal die Knochen werfen lassen haha... einfach nur aus Interesse. Aberglaube und Ahnenglaube ist in den Townships tief verwurzelt und ist meistens mit christlichem Glauben verbunden. Die meisten Südafrikaner sehen kein Problem darin Christentum und traditionellen Glauben zu vereinen. Auch gibt es ein dutzend verschiedene Kirchen und Gemeinden. Ich habe mittlerweile einige Gottesdienste besucht und die positive und freie Art Gott zu preisen hat mich tief berührt. Deutsche Kirchen kommen einem so freudlos und kalt dagegen vor.  Ihr dürft aber nicht ein falsches Bild von diesen ganzen Ritualen usw. bekommen. Es ist weniger eigenartig, wenn man es selber mitterlebt. Allgemein ist alles eine krasse Mischung aus Fortschritt und Tradition. Und sind viele Leute gar nicht so arm wie man es sich vorstellt. Klar es gibt die Shanty Towns, voll mit bitterarmen Menschen und viele leben in kleinen Hütten im Township. Aber ich denke der Großteil lebt ungefähr so wie Hartz IV Empfänger in Deutschland haha... Jede Familie hier hat ihr mehr oder minder großes Haus.

Achja, der Leher mit dem ich zusammengearbeitet habe wurde kürzlich wegen 11facher sexueller Misshandlung von Schülerinen festgenommen. Die ganze Geschichte ist kompliziert... crazy der Typ!

Das wars soweit.

Bis Bald!

sharp sharp

Letting the good times roll!

Dienstag, 06.09.2011

Hello Everybody! Ich sitze gerade in meiner Schule und hab endlich mal Zeit und Lust mich meinem Blog zu widmen. In Suedafrika ist Internet so eine Sache... es ist ziemlich teuer (ich habe kein Internet bei mir zuhause und ziemlich langsam... und selbst wenn man eine gute Verbindung hat ist der Pc an dem man sitzt gefuehlte 300 Jahre alt..  oder voller Viren. Wie auch immer, ich sitze gerade an einem der guten Lehrer-Pcs in meiner Schule und werde mal so erzaehlen wie es hier so ist... Ich wohne in einer Gastfamilie, bei Mama Theresa und ihrem Sohn Katlego. Mama Theresa hatte vor einigen Jahren einen Schlaganfall und ihr Mann ist an Aids verstorben... dementsprechend viel muessen ich und mein Bruder im Haushalt mitarbeiten. Katlego ist 20 und wir teilen uns ein kleines Zimmer, ich versteh mich hervorragend mit meiner Familie, insbesondere mit meinem Bro! Privatsphere kann man hier vergessen aber bisher vermisse ich das auch nicht, hier teilt man eben selbst die Zeit. Wir leben in einem bescheidenen Haus in Daveyton, einem Township von Benoni, was wiederum eine Stadt in dem riesigem Ballungsgebiet Gauteng ist. Die Innentstadt von Johannesburg ist ca. eine halbe Stunde Fahrzeit von hier entfernt, nach Pretoria braucht man etwa eine Stunde. Daveyton ist ein grosses Township und es gibt sowohl Menschen die in Wellblechhuetten leben und auf dem Boden schlafen, als auch bescheidene, kleine Haueser (wie das in dem ich lebe) und sogar ein paar wohlhabende Gegenden. Aus den Ghetto-areas sollte man sich nachts fernhalten, zumindest wenn man alleine ist... Die Gefahr ausgeraubt, bedroht oder verletzt zu werden ist zwar staendig vorhanden, aber wenn man seinen gesunden Menschenverstand benutzt ist man auf der relativ sicheren Seite. Sowieso falle ich nicht so sehr auf, da die meisten Leute mich fuer einen Coloured South African halten und nicht auf die Idee kommen, dass ich aus Deutschland kommen koennte. Die Suedafrikaner sind ziemlich klein und ob man es glaubt oder nicht habe ich in den fast zwei Wochen, die ich jetzt hier bin noch keinen Suedafrikaner gesehen, der groesser als ich war. Am wochenende braucht man die ausdrueckliche Erlaubnis seiner Eltern auszugehen, das diese sich staendig um das Wohl ihrer Kinder sorgen. Das nervt bisschen, da ich in Deutschland zumindest in dieser Hinsicht schon als "erwachsen" und fuer mich selbst verantwortlich gelte. Das leben in Daveyton gefaellt mir gut, alle Menschen sind offen, herzlich und laessiger als Zuhause. Alles in allem kommt die Suedafrikanische Mentalitaet und der Lebensstil meinem Wesen sehr entgegen haha... Meine Schule ist auch ziemlich laessig, alles ist mehr improvisiert als in DE und die Schueler haben mehr... Energie. Es wird viel gesungen und auch getanzt und der Schulalltag ist nicht so stressig wie ich es sonst gewohnt bin. Kommen die Schueler zu spaet oder machen sonst etwas falsch sind Schlaege mit der Hand, dem Stock oder sonstigen zum Schlagen geeigneten Objekten ueblich. Ich selber wuerde die Schueler nicht schlagen aber ich bin auch nicht so entsetzt ueber die Pruegel wie so manch anderer Freiwilliger haha... Heute habe ich zum ersten mal selber unterrichtet, Naturwissenschaften in der 11 Klasse. Mein Thema war der Aufbau bzw. die Struktur der Erde und ob man es glaub oder nicht, die Schueler waren absolut ruhig und wenn einer gesprochen hat haben die anderen sofort pshhhh gemacht haha ich glaube die Schueler moegen mich :) Ich sag nur natuerliche Autoritaet hahaha... Soweit so gut... Ich werde euch bald mit Bildern versorgen und hoffentlich auch Internet zuhause haben um oefter bloggen zu koennen! Bis dahin, Salakahli!

Das Abenteuer beginnt...

Montag, 22.08.2011

Am südlichen Ende von Afrika liegt ein Land das sehr reich ist. Dieses Land besitzt einen riesigen Artenreichtum, es ist reich an Mythen und Legenden, riesigen Rohstoffvorkommen, wie Gold und Platin, reich an Menschen aller Schattierungen, reich an großartigen Persönlichkeiten, wie Nelson Mandela, Desmond Tutu oder Steven Biko, ja dieses Land ist reich an Vielfalt, Kultur und Geschichte. Man sagt es besäße eine der schönsten und einzigartigsten Landschaften auf Gottes Erde. Und trotz dieses großen Reichtums gibt es leider auch reichlich Armut, Elend und Gewalt in diesem Land und der Schatten der Vergangenheit lastet noch immer auf dem Leben der Menschen.

Wie wir alle wissen rede ich von Südafrika:)

Dies ist mein erster Eintrag in diesen Blog und es sind nur noch 2 Tage bis zum Abflug nach Südafrika! oohh Südafrika! Obwohl meine Vorfreude durch den Abschied von Zuhause mehr als nur getrübt ist, bin ich doch ziemlich gespannt und spüre, dass mich etwas Großes und Neues erwartet.

Ich werde elf Monate an der Dinoto Technical Highschool in Benoni, einem Vorort von Johannesburg, verbringen und dort als "Teaching Assistance", sprich Hilfslehrer, tätig sein. Nähere Informationen zu meinem Projekt habe ich noch nicht, ich denke ich muss einfach schauen was mich erwartet. Eine Gastfamilie habe ich auch noch nicht, wie es aussieht werde ich also solange in meiner Schule wohnen, bis eine passende Familie für mich gefunden ist. Am Mittwoch Abend besteige in den Flieger in Stuttgart, steig kurz um in Frankfurt, und komme dann am Donnerstag Morgen in Johannesburg an. Zeitverschiebung gibt es zum Glück keine, da Südafrika so ziemlich genau auf einer Linie mit Deutschland liegt. In Johannesburg werden die anderen Freiwilligen und ich erst einmal ein "On Arrival Camp" haben, auf dem wir Willkommen geheißen werden und ein paar Informationen bekommen. Das Camp dauert so 1-2 Tage und im Anschluss fahre ich, schätzungsweise mit dem Bus, nach Benoni zu meinem Projekt. Das ist so ziemlich alles was ich bisher weiss...

Ich möchte die Gelegenheit nochmal nutzen den Leuten die mir dieses Auslandsjahr mit ihren großzügigen Spenden ermöglicht haben ein herzliches DANKESCHÖN auszurichten, für euch schreibe ich diesen Blog! ;)

Da ich nicht weiss wie es mit Internet in meinem Projekt, bzw. in meiner Unterkunft aussieht weiss ich noch nicht wann ich mich das nächste mal melden kann, um euch auf dem neusten Stand zu halten, ich hoffe jedoch bald!

Liebe Grüße

Leroy

Erster Eintrag

Montag, 22.08.2011

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.